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Kinderwunschtage

Bericht von den Berliner Kinderwunsch Tagen (18.-19.2.2017)

Von Gabriele Ziegler, 1. Vorsitzende Wunschkind e.V.

Zum ersten Mal fand in Berlin die Veranstaltung Kinderwunsch Tage statt und auch Wunschkind e.V. war mit dabei. Es war eine bunte Mischung aus Vertretern zu vielen verschiedenen Themen rund um den unerfüllten Kinderwunsch:

Selbsthilfeorganisationen, Pflegekinderwesen, Beratungsnetzwerk der Therapeuten, natürliche Kinderwunschbehandlung, Yoga, Rechtsanwälte, Kinderwunschzentren (aus Deutschland, Griechenland, Dänemark, Spanien), Kryobanken , Netzwerk für Spendersamenbehandlung, ganzheitliche Kinderwunschberatung und viele mehr.

In 4 Seminarräumen gab es Vorträge zu allen möglichen Themen, die sehr gut besucht waren, und es gab eine Lounge zum Austausch für Kontaktsuchende. Erstaunlich viele Betroffene und Interessierte waren gekommen, und es gab an beiden Tagen einen sehr regen Austausch mit den verschiedensten Gesprächspartnern.

Die Messebesucher konnten sich über viele Möglichkeiten informieren: was ist erlaubt in Deutschland und was verboten, was kann man stattdessen im Ausland machen, was kann man tun, um sich in der Kinderwunschzeit gut zu fühlen und gut auf sich zu achten. Welche Alternativen zur Medizin gibt es – was kann ich tun, wenn es trotz allem nicht klappen sollte.

Leider haben fast alle Berliner Zentren ihre Teilnahme nach und nach abgesagt – man fragt sich, ob es an der recht negativen Presse lag, die im Vorfeld berichtet hatte, es gehe nur um Kommerz und Auslandsbehandlung. Nur die Praxis für Fertilität war als einziges Berliner Zentrum gekommen, um die Anwesenden persönlich zu informieren. Dies führte leider zu einem Missverhältnis der deutschen zu den ausländischen Praxen, was sehr schade war. Es wäre wirklich wünschenswert gewesen, wenn die Berliner Kinderwunschpatienten aus einem reichen Angebot aus Berliner Praxen hätten wählen können und sich vor Ort bei den Kontaktpersonen aus dem direkten Umfeld hätten informieren können.

Auch die Informationen der ausländischen Praxen waren sehr unterschiedlich - zum einen gut dargelegte Möglichkeiten und Angebote, aber auch abenteuerliche Erfolgszahlen, die jeden mündigen Patienten überraschen müssten. Werbung um jeden Preis sollte bei solchen Veranstaltungen weiterhin keinen Raum bekommen.

Alles in Allem war es eine gelungene Veranstaltung, die für Betroffene jede Menge Informationen geboten hat. Ich würde mich freuen, wenn die Kinderwunschtage im nächsten Jahr als Informationsangebot für Wunscheltern wieder veranstaltet würden - dann vielleicht mit noch breiter gefächertem Repertoire und auch mehr regionalen Praxen und deren Kontaktpersonen.

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