Für AlleFür Betroffene

Das Partnerschaftsmodell: Ein Vorschlag der Initiative Wunschkinder

Die Finanzierung von Kinderwunschbehandlungen ist eine massive Belastung für betroffene Paare. Verschärft wurde die Belastung durch die Reduktion der Erstattungskosten im Zuge der Gesundheitsreform. Die Initiative Wunschkinder - Zukunft für Deutschland schlägt deshalb vor, die Finanzierung über familienpolitische Mittel zu ergänzen und damit die Betroffenen massiv zu entlasten.

Nach Angaben des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands (BRZ) kostet eine Kinderwunschbehandlung je nach der notwendigen Behandlungsmethode zwischen 3.000 (IVF) und 3.600 Euro (ICSI). Der statistische Durchschnitt liegt bei 3.200 Euro.
Die individuellen Kosten sind aber von Fall zu Fall unterschiedlich, dabei spielen Faktoren wie die exakte Diagnose, die notwendigen Medikamente, die gewählte Praxis oder Klinik und natürlich individuelle Vereinbarungen und Programme der Krankenkassen eine Rolle. Weitere Informationen zu den Kosten finden Sie im Bereich *Für Betroffene*

Über 50 Prozent weniger Behandlungen

Seit 2004 müssen in der Gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Kinderwunsch-Paare mindestens die Hälfte der Kosten für ihre Behandlung selbst tragen. Damit kommen ca 1.600 Euro pro Behandlung auf die Betroffenen zu, was in etwa dem durchschnittlichen pro Kopf Netto-Einkommen in einem Angestellten-Haushalt entspricht. Bei den meist notwendigen drei Behandlungen liegen die Kosten damit für die Paare bei 4.800 Euro. Ab dem vierten Versuch fallen auch die bestehenden Erstattungen der Krankenkassen von derzeit 50 Prozent weg, damit tragen die Paare die vollen Kosten für alle weiteren Behandlungszyklen.

Die Konsequenz der aktuellen Finanzierungssituation: Ein dramatischer Rückgang der Behandlungszahlen - im Vergleich der Jahre 2002 und 2005 werden bei GKV-versicherten Frauen 55 Prozent weniger Behandlungen durchgeführt!

Das Partnerschaftsmodell: eine faire Lösung und eine starke familienpolitische Unterstützung

Die Initiative schlägt deshalb ein Finanzierungsmodell vor, mit dem sich der Eigenanteil für Betroffene halbieren lässt.
Wir wollen die Familienpolitik stärker in die Verantwortung nehmen, damit nicht aus finanziellen Gründen noch weniger Kinder geboren werden.

Wie im Zuge der Gesundheitsreform seit 2004 vereinbart, übernehmen die Krankenkassen 50 Prozent der Behandlungskosten für die zu Grunde liegenden Erkrankungen. Die zweite Hälfte könnten die behandelten Paare und die Gesellschaft zu gleichen Teilen tragen. Alle drei Partner - Eltern, Krankenkassen und Gesellschaft – würden so einen ihren Möglichkeiten entsprechenden Beitrag leisten.

Einen Anspruch auf diese familienpolitischen Leistungen sollten alle gesetzlich versicherten Paare haben. Dabei könnte das Partnerschaftsmodell für alle Behandlungsmethoden gelten, für die die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen. Da oft auch der vierte oder fünfte Behandlungszyklus noch zum Erfolg führt, erscheint eine Begrenzung des Zuschusses auf eine bestimmte Zykluszahl pro Paar nicht sinnvoll.

Für die meisten Paare würden sich bei dieser Regelung die Kosten pro Behandlung um die Hälfte, auf einen Durchschnittswert von ca. 800 Euro reduzieren. Dies würde unmittelbar zu mehr Behandlungen führen.

Die Mittel, die dafür aus der öffentlichen Hand bereitgestellt werden müssten, sind vergleichsweise gering. Die Geburtenrate in Deutschland ließe sich mit einem minimalen finanziellen Aufwand steigern. Mit nur einem Prozent des familienpolitischen Etats der Bundesregierung kann die Geburt von bis zu 16.000 Wunschkindern ermöglicht werden.

Die Zahlen zeigen es deutlich: Geht man von einer möglichen Steigerung der Behandlungszahlen bei gesetzlich versicherten Paaren auf ca. 80.000 Behandlungszyklen pro Jahr und durchschnittlichen Kosten von ca. 3.200 Euro pro Behandlungszyklus aus, so liegen die Kosten für diese 80.000 Behandlungen bei ca. 256 Millionen Euro. Der Anteil, den die Gesellschaft bei diesem Partnerschaftsmodell aus öffentlichen Mitteln beitragen würde, läge bei 64 Millionen Euro.

Legt man die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für den Erfolg von Kinderwunschbehandlungen (IVF und ICSI) in Deutschland zu Grunde, so würden diese 80.000 Behandlungszyklen zu ca. 16.000 Kindern führen.

Als konkrete Maßnahme zur Förderung junger Familien könnten die Mittel zur Förderung von Kinderwunschbehandlungen im Etat des Bundesfamilienministeriums bereitgestellt werden. Eine Summe von 64 Millionen Euro würde etwa ein Prozent der für das Jahr 2008 vorgesehenen Ausgaben des Bundesfamilienministeriums (6,2 Milliarden Euro) ausmachen.

Auch bei einem Vergleich mit anderen Mitteln für eine moderne Familienpolitik wie dem Elterngeld wird deutlich, dass diese Investition sehr gut angelegt wäre. Mit nur etwa 1,6 Prozent der 4 Milliarden, die im Jahr 2007 für das Elterngeld vorgesehen sind, könnte die Geburt von ca. 16.000 Kindern gefördert und abgesichert werden.

Suche