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Künstliche Befruchtung in Zahlen und Fakten

Behandlungsmöglichkeiten beim unerfüllten Kinderwunsch:

Hormonelle Stimulation:

  • Anwendung dieser Methode bei Störungen der Eizellenreifung
  • die Frau wird einer Behandlung mit Fruchtbarkeitshormonen unterzogen; diese regen das Wachstum des Follikels an
  • sobald der Follikel groß genug ist, wird mit Hilfe eines weiteren Hormons der Eisprung ausgelöst
  • die Befruchtung erfolgt durch Geschlechtsverkehr oder durch Insemination (Einbringen von Samen in die Gebärmutterhöhle oder den Eileiter mit technischen Hilfsmitteln)

 

 

Insemination:

  • Anwendung bei leichter Zeugungsunfähigkeit des Mannes (die Spermien sind in ihrer Anzahl und Beweglichkeit eingeschränkt)
  • die Spermien werden mittels eines dünnen Katheters zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet

 

 

In-vitro-Fertilisation (IVF):

  • Anwendung nach erfolgloser Insemination, bei irreparabel geschädigten Eileitern, Endometriose oder bei deutlich eingeschränkter Zeugungsfähigkeit des Mannes
  • die Eierstöcke werden zunächst mit Fruchtbarkeitshormonen zur Reifung von Eizellen angeregt, reife Eizellen werden mittels Katheter und feiner Nadel über die Scheide entnommen
  • die Befruchtung erfolgt außerhalb des Mutterleibes:
    Ei- und Samenzellen werden in einer Glasschale zusammengebracht, maximal drei befruchtete Eizellen werden danach in die Gebärmutter oder den Eileiter übertragen

 

 

Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI):

  • Anwendung bei stark eingeschränkter Fruchtbarkeit des Mannes
  • der Frau werden nach einer Hormonstimulation mehrere reife Eizellen entnommen, unter einem speziellen Mikroskop wird dann ein einzelnes Spermium in eine dünne Pipette aufgezogen und direkt in die Eizelle eingebracht

 

 

Anzahl der behandelten Paare und geborenen Kinder:

  • pro Jahr wenden sich 200.000 Paare ratsuchend an Ärzte und/oder IVF-Zentren
  • im Jahr 2001 fanden ca. 75.000 Behandlungen mit Maßnahmen der Befruchtung außerhalb des Körpers (In-vitro-Fertilisation) statt
  • die Erfolgsaussichten, nach IVF/ICSI schwanger zu werden, liegen bei etwa 28% und sind somit vergleichbar mit der natürlichen Schwangerschaftsrate pro Zyklus von ca. 25% bei normal fruchtbaren Paaren
  • bei rund 40.000 geborenen Kindern eines Jahrgangs ging eine Sterilitätstherapie voraus, jährlich werden etwa 12.000 Kinder nach einer In-vitro-Fertilisation geboren (=1,6% aller Geburten)

 

 

Kosten und (bisherige) Regelungen der Erstattung:

  • durchschnittlich kostet eine künstliche Befruchtung 3.000 bis 5.000 Euro (zzgl. Medikamentenkosten); erfahrungsgemäß sind zwei bis drei Versuche für eine erfolgreiche Befruchtung notwendig
  • die Ausgaben für künstliche Befruchtungen betrugen 2001 ca. 120 Mio., dies sind etwa 0,1% der Gesamtausgaben der GKV (Quelle: Ärzte Zeitung, 18.03.2003)
  • verheirateten Paaren werden derzeit bis zu drei Versuche der künstlichen Befruchtung (IVF/ICSI) von der GKV zu 50% erstattet (§27a SGB V)
  • erst vor zwei Jahren war nach Protesten betroffener Paare auch das ICSI-Verfahren aufgrund eines Gerichtsurteils des Bundessozialgerichtes in den Leistungskatalog der GKV übernommen worden
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