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Unerfüllter Kinderwunsch:
Wann spricht man davon?
- Die WHO spricht von einem unerfüllten Kinderwunsch, d.h. von Unfruchtbarkeit, wenn trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nach 1 bis 2 Jahren noch keine Schwangerschaft eingetreten ist.
- Die organisch bedingte Sterilität gilt laut WHO sowie einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH, Urt. V. 17.12.1986 – IV a ZR 78/85) als Krankheit: „Es liegt ein regelwidriger Zustand des Körpers [des Geistes oder der Seele] vor, der der Krankenbehandlung bedarf.“
Wer ist davon betroffen?
- In Deutschland sind derzeit zwischen 1,5 und 2 Mio. Paare (etwa jedes siebte Paar) ungewollt kinderlos
- Die Zahl der betroffenen Paare nimmt vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels (späte Eheschließung, Ausbildung und Beruf der Frau etc.) stetig zu
- Weltweit liegt die Anzahl der betroffenen Paare derzeit bei 60-80 Mio.
Welche Ursachen gibt es?
- Unfruchtbarkeit ist keine Frauensache: die Ursachen verteilen sich mit jeweils 30 - 50% gleichermaßen auf Mann und Frau, bei etwa 15% - 30% der betroffenen Paare kann es an beiden Partnern liegen und in 5% - 10% lässt sich keine erkennbare Ursache finden
- Die häufigsten Ursachen bei Frauen sind eine Störung der Eizellreifung, Schädigungen der Eileiter oder eine Endometriose1; bei Männern gilt eine Störung der Spermienreifung als häufigste Ursache
Was bedeutet die ungewollte Kinderlosigkeit für die betroffenen Paare?
- Ungewollt kinderlose Paare sind einem erheblichen Leidensdruck ausgesetzt
- Studien belegen, dass die Diagnose Unfruchtbarkeit bei den Betroffenen häufig eine tiefe emotionale Krise auslöst: Frustration, Schuldgefühle, ein vermindertes Selbstwertgefühl sowie Depressionen kennzeichnen den emotionalen Zustand der Paare