Neuorientierung

Der Wunsch, etwas in der Welt zu hinterlassen, ist menschlich, aber nicht ausschließlich durch ein Kind realisierbar. Frauen und Männer ohne Kinder müssen sich nur viel bewusster die Frage stellen, was sie in ihrem Leben hervorbringen wollen. Diese Lebensrealität birgt auch eine große Chance, nämlich die, sich bewusst mit den eigenen Lebenszielen auseinander zu setzen – aber auch mit den Grenzen und der Endlichkeit des Lebens.

Die Vorstellung, in Kindern weiterzuleben – in deren Angedenken, in Charaktereigenschaften, Gesichtszügen oder indem sie das eigene Lebenswerk fortsetzen – kann tröstlich sein und dem Dasein einen Sinn geben. Ist die Zeit gekommen, von dieser Welt zu gehen, hinterlassen Eltern etwas Bleibendes und wirken durch ihre Kinder in die nächste Generation hinein.

Frauen und Männer ohne Kinder geben zwar ihre Erbinformationen nicht weiter, aber wie sie gelebt haben, kann sehr wohl über ihren Tod hinaus Bestand haben. Es muss nichts Großes oder Materielles sein und es ist nicht an Gene oder an einen Familiennamen gebunden. Sie können das Leben anderer bereichern und deren persönliche Entwicklung unterstützen, zum Beispiel als gute Freundin, faire Kollegin, Vorbild, Tante. Aber es ist durchaus auch ein Lebenskonzept, sich in den Mittelpunkt des eigenen Lebens zu stellen und sich für die ungewollte Kinderlosigkeit einen Ausgleich zu schaffen.

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Folgenden Fragen können dazu beitragen, einen Plan B zu kreieren. Nehmen Sie sich die Zeit dazu.

  • Was waren meine Träume, Erwartungen, Leidenschaften, bevor ich meine/n Partner/in getroffen habe?
  • Wie hat unser Leben ohne Kind ausgesehen?
  • Was waren unsere Gemeinsamkeiten, was haben wir zusammen unternommen, was hat uns Freude bereitet?
  • Für was habe ich gebrannt, bevor ich den starken Wunsch verspürt habe, ein Kind zu bekommen?
  • Was habe ich/haben wir auf Eis gelegt, was/wir früher gerne gemacht habe/n? Und was davon wollen wir davon wieder aufleben lassen?
  • Gab es einen Plan B? Wenn ja, wie sah dieser aus?