Initiative Wunschkinder – Zukunft für Deutschland fordert mehr familienpolitische Unterstützung für Kinderwunschpaare

Die Initiative Wunschkinder – Zukunft für Deutschland startet ein Informations- und Aktionsprogramm für mehr Wunschkinder in Deutschland. Der Initiative gehören Paare mit unerfülltem Kinderwunsch, Selbsthilfegruppen, Wissenschaftler und Unternehmen an. Ihr Ziel ist es, mehr Verständnis und konkrete Unterstützung für Paare zu schaffen, die ihren Wunsch nach Kindern nicht ohne medizinische Hilfe verwirklichen können. Jedes Jahr müssen in Deutschland viele tausend dieser Kinderwunschpaare auf eine ärztliche Behandlung verzichten, weil der hohe Eigenanteil bei den Behandlungskosten für sie ein unüberwindbares Hindernis ist.

Die Initiative sieht die Politik in der Pflicht, mehr für die Kinderwunschpaare zu tun. Sie will dabei auch auf eine finanzielle Entlastung der Betroffenen hinwirken, denn diese müssen derzeit die Kosten von durchschnittlich ca. 3.200 Euro pro Behandlungsversuch mindestens zur Hälfte selbst tragen. „Kinder sichern die Zukunft von uns allen. Deshalb fordern wir eine Mitfinanzierung von Kinderwunschbehandlungen durch die Gesellschaft“, erläutert Gaby Ziegler, Vertreterin von Wunschkind e.V. und Sprecherin der Initiative. „Wir schlagen vor, dass Kinderwunschpaare, die sich für eine ärztliche Behandlung entschieden haben, einen Zuschuss erhalten. 25 Prozent ihrer Behandlungskosten sollten aus familienpolitischen Mitteln finanziert werden.“

Insgesamt sind in Deutschland rund 1,5 bis 2 Millionen Paare von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Seit der Einschränkung der Kassen-Zuzahlungen im Rahmen der Gesundheitsreform 2004 werden in Deutschland jährlich ca. 30.000 Kinderwunschbehandlungen weniger durchgeführt. Jedes Jahr bleiben so nach einer Studie der Techniker Krankenkasse [1] ca. 6.400 Kinder ungeboren. Das entspricht in etwa der jährlichen Geburtenrate einer Stadt wie Düsseldorf.

Die Initiative Wunschkinder – Zukunft für Deutschland geht davon aus, dass mit dem neuen Finanzierungsmodell die Geburt von jährlich bis zu 16.000 Kindern gefördert und abgesichert werden könnte. Die notwendige Summe von 64 Millionen Euro, die aus öffentlichen Mitteln zu Kinderwunschbehandlungen beigetragen werden müsste, würde nur etwa ein Prozent der für das Jahr 2008 vorgesehenen Ausgaben des Bundesfamilienministeriums (6,2 Milliarden Euro) ausmachen. Die Mehrzahl der betroffenen Paare müssten dann durchschnittlich nur noch ca. 800 Euro pro Behandlung aus eigener Tasche zahlen.


[1] Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen WINEG: Auswirkungen des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes auf die Versorgungslage der Versicherten und die Ausgabensituation der Techniker Krankenkasse (TK) bzw. gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), 2007.

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